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Juliane-Bartel-Preis 2005 - Die preisgekrönten Beiträge -

Die Autorinnen Birgit Schulz (Köln), Ute Jurkovics (Hamburg) und Marina Caba Rall (Berlin) wurden mit dem Hauptpreis des Niedersächsischen FrauenMedienPreises 2005 ausgezeichnet. Die Gewinnerinnen erhalten jeweils 3000 Euro sowie eine Skulptur der Künstlerin Ulrike Enders. Insgesamt ist der nach der 1998 verstorbenen Fernsehjournalistin Juliane Bartel benannte Preis mit 12.000 Euro dotiert.

Den Preis im Bereich Hörfunk erhielt Ulrike Bajohr (Köln) für ihren Beitrag "Hintergrund Kultur: Verdammt hart ist es, aber schön. Alleinerziehen in Deutschland". Bajohr wird mit einem Preisgeld in Höhe von 2000 Euro und einer Skulptur ausgezeichnet.

Der Förderpreis für den journalistischen und künstlerischen Nachwuchs ging an Monika Schäfer (Hamburg) für die Reportage "Aufstand der Putzfrauen – Kein Job, kein Geld, aber Power" verliehen und ist mit einem Preisgeld von 1000 Euro bedacht. Außerdem werden der Autorin ein Praktikum bei Radio Bremen sowie eine Fortbildung bei der 1. Moderations-Akademie für Medien und Wirtschaft ermöglicht.

Die 117 eingereichten Wettbewerbsbeiträge zeigen Frauen als aktiv Handelnde und als positive Identifikationsfiguren. Die Jury unter Vorsitz von Helga Schuchardt benannte aus 17 Nominierungen die Preisträgerinnen. Jurymitglieder waren: Gabi Bauer (Moderatorin), Maria Gresz (Moderatorin und stellvertretende Redakteurin von Spiegel TV), Ingrid M. Haas (Direktorin Information und Medienpolitik bei RTL), Alexa Hennig von Lange (Schriftstellerin), Dr. Dominik Frhr. von König (Generalsekretär Stiftung Niedersachsen), Prof. Dr. Jutta Röser (Professorin an der Universität Lüneburg), Reinhard Scheibe (Vorstandsvorsitzender der Niedersächsischen Lottostiftung) und Carmen Thomas (Geschäftsführende Direktorin der 1. Moderations-Akademie für Medien und Wirtschaft).

Der Preis wurde von der Stiftung Niedersachsen gefördert, die auch die Skulpturen der Künstlerin Ulrike Enders finanziert hat, mit denen die Preisträgerinnen ausgezeichnet werden.

Stichpunkte zu den von der Jury mit Preisen bedachten Autorinnen und ihre Beiträge:

1. Hauptpreise:
a) Kategorie: Information und Dokumentation
"Geistesgegenwart – Die Psychoanalytikerin Margarete Mitscherlich" von Birgit Schulz (Köln
), Länge 45 Min. (ausgestrahlt bei Arte / WDR):

Dieses eindringliche wie lebendige Porträt zeigt Bilder aus dem Leben der bekannten Psychoanalytikerin Margarete Mitscherlich. Beleuchtet wird der Lebensweg einer beeindruckenden Persönlichkeit - ihr Weg zur Psychoanalyse, ihre Erlebnisse während des Nationalsozialismus sowie ihre Auseinandersetzung mit dem Verhältnis von Männern und Frauen. Der Autorin gelingt es, die positive Lebensphilosophie und die Mut machende wie zuversichtliche Lebenseinstellung ihrer Protagonistin an die Zuschauer/innen weiterzugeben.

"Die Schäferin – Alles hört auf ihr Kommando" von Ute Jurkovics (Hamburg), Länge 30 Min. (ausgestrahlt beim NDR):
In diesem hoch informativen Beitrag wird auf anschauliche wie unprätentiöse Weise gezeigt, wie es eine junge couragierte Frau geschafft hat, aus einem maroden Landwirtschaftsbetrieb im Landkreis Osnabrück ein modernes Unternehmen zu machen. In vorbildlicher Weise wird außerdem gezeigt, dass es gelingen kann, die Verantwortung für die Familie sowie ein ökologisches Grundkonzept miteinander zu vereinbaren.

b) Kategorie Fernsehspiel und Serien:
"Last Minute" von Marina Caba Rall (Berlin)
, Länge 82 Min. (Ausgestrahlt beim RBB):
In spannender wie unterhaltsamer Weise thematisiert dieser Fernsehfilm Frauensolidarität und Zivilcourage: Zwei Putzfrauen stoßen in einer Besenkammer eines deutschen Flughafens auf einen fremden Mann ausländischer Herkunft in Handschellen.

Er spricht von ungerechtfertigter Abschiebung und Folter in seiner Heimat. Es stellt sich die Frage, ob diese Behauptungen stimmen oder ob er ein Verbrecher oder gar ein Terrorist sein könnte. Die beiden Frauen stehen vor der Entscheidung, ihm entweder zu misstrauen oder ihm zu glauben und ihm zu helfen.

Trotz ernsten Hintergrundes ist es der Autorin gelungen, mit leichter Hand einen gleichsam amüsanten wie politischen Film zu kreieren.

2. Förderpreis für den journalistischen und künstlerischen Nachwuchs:
"Aufstand der Putzfrauen – Kein Job, kein Geld, aber Power" von Monika Schäfer (Hamburg)
, Länge 30 Min. (ausgestrahlt bei ARD / NDR):

In diesem lebendigen Beitrag mit starkem aktuellem sozialem Bezug wird eine Gruppe von Putzfrauen begleitet, die seit langem kein Gehalt bekommen haben und nun aus der Not heraus in engagierter, rebellischer wie kreativer Weise initiativ werden. In lebensnaher Form dokumentiert der Film ihren Kampf gegen ihren Arbeitgeber. Zugleich setzt er ein Zeichen gegen gängige Vorurteile hinsichtlich Unlust und Passivität arbeitslos gewordener Menschen.

3. Preis im Bereich Hörfunk:
"Hintergrund Kultur: Verdammt hart ist es, aber schön. Alleinerziehen in Deutschland" von Ulrike Bajohr (Köln)
, Länge 45 Min. (Gesendet beim Deutschlandfunk):
Der Beitrag thematisiert ausführlich und facettenreich die gesellschaftlichen Bedingungen für Alleinerziehende, die zu 84 Prozent Frauen sind. Der Autorin ist es gelungen, umfassend die unterschiedlichsten Perspektiven und Aspekte eines gesellschaftlich äußerst aktuellen wie relevanten Themas den Hörern/innen nahe zu bringen.

Juliane Bartel-Preis
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