Nds. Ministerium für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung klar

Juliane-Bartel-Preis 2003 - Die preisgekrönten Beiträge -

Die Jury unter Vorsitz von Ministerin a.D. Helga Schuchardt vergab drei mit jeweils 4.000 € dotierte Hauptpreise in den Kategorien Information/Dokumentation und Fernsehspiel/Serien. Die Preisträgerinnen und der Preisträger wurden außerdem mit einer von der hannoverschen Künstlerin Ulrike Enders eigens für diesen Preis geschaffenen Skulptur geehrt, die am 30. September 2003 bei der feierlichen Preisverleihung im NDR Landesfunkhaus Niedersachsen in Hannover überreicht wurde.

Insgesamt hatte sich 72 Autorinnen und Autoren Wettbewerbsbeiträge eingereicht, von den 14 in die engere Wahl kamen. Hier die preisgekrönten Beiträge und das Votum der Jury:

"Some Real Heat - Feuerwehrfrauen" von Stefanie Jordan (Berlin), ausgestrahlt beim ZDF/Phoenix.

Der ruhige konzentrierte Dokumentarfilm beleuchtet die Motivationen und Geschichten von sechs Feuerwehrfrauen in San Franzisko. Reflektiert werden Rollenkonflikte, Vorbildfunktionen, Sexismus und Rassismus, Körperideale, aber auch die gefährlichen Seiten ihres Berufes. Ein interessanter und informativer Einblick, kurzweilig in Digitaltechnik inszeniert, der den Job sowohl als körperliche Herausforderung als auch als spirituelle und sinnlich-lustvolle Erfahrung sowie als Mittel zur Selbstverwirklichung erscheinen lässt.

"Frauenhandel - Die Balkanroute" von Ulrike Baur (Heidelberg), ausgestrahlt beim ZDF.

Die vorbildlich journalistisch aufbereitete Reportage vollzieht die Odyssee einer 19-jjährigen Rumänin durch Osteuropa nach und fährt die Route ab, auf der sie mehrfach dem Frauenhandel zum Opfer gefallen ist. Eindrucksvoll, einfühlsam und umfassend wird die Situation gehandelter Mädchen geschildert. Dabei 0wird ohne den sensationslüsternen Blick in exemplarischer Weise eine junge mutige Frau gezeigt, die es aus eigener Kraft geschafft hat, sich aus diesem Milieu zu befreien. Auf eindringliche Weise wird vermittelt, wie durch Menschenhandel und Zwangsprostitution Menschenrechte verletzt werden. Kritisch beleuchtet werden die Missstände in der Strafverfolgung sowie erste Aufklärungskampagnen.

"Unter Verdacht - Verdecktes Spiel" von Alexander Adolph (München) ausgestrahlt beim ZDF/ARTE.

In dem Fernsehspiel des Autors Alexander Adolph spielt Senta Berger eine Kriminalrätin, die im eigenen beruflichen Umfeld Filz, Korruption und politische Verflechtungen aufdeckt. Sie überzeugt dabei in der Rolle einer mutigen und unbeirrbaren Kämpferin- nuanciert, klug, unaufdringlich wie knallhart, aber auch angreifbar zugleich. Spannende stimmige in klaren nüchternen Bildern komponierte Inszenierung mit durchweg überzeugend gezeichneten wie besetzten Charakteren.

Juliane Bartel-Preis
zum Seitenanfang
zur mobilen Ansicht wechseln