Nds. Ministerium für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung klar

Versorgungsstufen in der Palliativversorgung

Die Palliativversorgung gliedert sich in eine allgemeine Basisversorgung und eine spezialisierte Versorgung. Dabei ist ausschlaggebend, in welchem Maß der Patient einer Versorgung bedarf.

Die Basisversorgung

Sie ist Bestandteil der allgemeinen Gesundheitsversorgung, die regelhaft schwerstkranke und sterbende Patientinnen und Patienten erreicht. Beteiligte sind in erster Linie die Hausärzteschaft, ambulante Pflegedienste, Krankenhäuser sowie Alten- und Pflegeheime.

Die spezialisierte Palliativversorgung

Sie steht für diejenigen Patientinnen und Patienten zur Verfügung, die aufgrund der Ausprägung ihrer Probleme und Bedürfnisse eine über die Basisversorgung hinaus gehende Versorgung benötigen. Sie zeichnet sich aus durch bedarfsorientiertes Fallmanagement, die Zusammenarbeit mehrerer Professionen, 24-stündige Erreichbarkeit und durch einen aufgrund von Weiterbildung und Erfahrung gewonnenen Spezialistenstatus der Leistungserbringer. Beteiligte sind Fachärztinnen und Fachärzte mit besonderer palliativmedizinischer Qualifikation, ambulante Pflegedienste mit in Palliative Care weitergebildeten Pflegefachkräften oder Ambulante Palliativdienste, ambulante Hospizdienste, stationäre Hospize, Krankenhäuser, die über eine geeignete palliativmedizinische Infrastruktur verfügen. Ebenfalls gehören dazu Angebote seelsorgerlicher und psychologisch-psychotherapeutischer Art.

Finanzierung der Versorgung

Die Palliativmedizin wird in erster Linie durch Geld der gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung finanziert. Die zumeist ehrenamtliche Hospizarbeit finanziert sich neben Zuschüssen von Kranken- und Pflegekassen vor allem auch aus Spenden.

Allgemein Leistungen der Krankenbehandlung

Die in der allgemeinen Basisversorgung erbrachten Leistungen der Palliativversorgung werden den "Leistungen zur ambulanten Krankenpflege" bzw. den stationären "Leistungen der Krankenbehandlung" nach dem Sozialgesetzbuch (SGB) V oder den "Leistungen der ambulanten bzw. stationären Pflege" nach dem SGB XI zugerechnet und von den gesetzlichen Kranken- und Pflegekassen innerhalb der bestehenden Vergütungsregelungen mit abgegolten.

Krankenbehandlung ambulant

Bisher enthielt das SGB V keine nähere Definition der besonderen Inhalte von Palliativmedizin und -pflege sowie keine gesonderten Regelungen über ihre Vergütung.

Seit dem 01.04.2007 haben die Versicherten der gesetzlichen Krankenversicherung jedoch einen Anspruch auf eine spezialisierte ambulante Palliativversorgung (SAPV) durch Palliative-Care-Teams als eigenständige Regelleistung der Krankenkassen (§ 37b SGB V). Die Krankenkassen müssen hierzu mit den betreffenden Leistungserbringern gesonderte Vergütungsregelungen abschließen.

Krankenbehandlung stationär

Für Krankenhäuser ist im geltenden System keine gesonderte Fallpauschale "Palliativmedizinische Behandlung" enthalten. Seit 2007 können die Krankenhäuser jedoch zusätzlich zur jeweils maßgeblichen Fallpauschale ein Zusatzentgelt für "Palliativmedizinische Komplexbehandlung" gegenüber den Krankenkassen berechnen. Dies gilt für Behandlungen, in denen die palliativmedizinische Versorgung für mindestens sieben Tage erbracht wurde.

Die Krankenhäuser können selbstständig über die Einrichtung von gesonderten Palliativbereichen entscheiden.

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