Nds. Ministerium für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung klar

Die Hospizarbeit und -bewegung

In Niedersachsen sind gegenwärtig etwa 13.500 Personen ehrenamtlich in der Hospizarbeit tätig. Der Schwerpunkt ihres Engagements liegt in der Palliativpflege sowie in der psychosozialen und spirituellen Begleitung der Patientinnen und Patienten sowie ihrer Angehörigen. Eine darüber hinausgehende medizinische Versorgung wird in der Regel von externen Ärzten - Hausärzten, Onkologen, Schmerztherapeuten - erbracht.

Die Errichtung stationärer Hospize beruht zumeist auf entsprechenden Initiativen örtlicher ambulanter Hospizgruppen oder -vereine zur Ergänzung ihrer ambulanten Arbeit. Die Investitionskosten werden überwiegend durch Spenden aufgebracht.

Die Kosten der hospizlichen Versorgung werden finanziert durch Zuschüsse bzw. Fördermittel der gesetzlichen Krankenkassen nach § 39a SGB V, Leistungen der gesetzlichen Pflegekassen aufgrund der für Pflegeeinrichtungen maßgeblichen Bestimmungen des SGB XI sowie durch Spenden.

Ambulante Hospizdienste

Seit dem 1. Januar 2002 sind ambulante Hospizdienste von den Krankenkassen pauschal zu fördern. Mit dieser Förderung leisten die Krankenkassen einen Zuschuss zu den notwendigen Personalkosten des jeweiligen ambulanten Hospizdienstes für die palliativ-pflegerische Beratung durch entsprechend ausgebildete Fachkräfte sowie die Gewinnung, Schulung, Koordination und Unterstützung der Ehrenamtlichen.

Seit dem 1. April 2007 können ambulante Hospizdienste auch in stationären Pflegeeinrichtungen mit finanzieller Förderung durch die gesetzlichen Krankenkassen ehrenamtliche Sterbebegleitung erbringen (§ 39a Abs. 2 Satz 1 SGB V). Dadurch soll der Hospizgedanke besonders gefördert werden, ungeachtet dessen, dass auch in den Pflegeheimen selbst die hospizliche Sterbebegleitung durch entsprechende Fort- und Weiterbildung des Pflegepersonals an Bedeutung gewinnt.

Hospize stationär

Seit dem 1. Januar 1998 haben Versicherte, die keiner Krankenhausbehandlung (mehr) bedürfen, Anspruch auf einen Zuschuss zu stationärer oder teilstationärer Versorgung in Hospizen, in denen palliativ-medizinische Behandlung erbracht wird. Dies gilt für den Fall, wenn eine ambulante Versorgung im Haushalt oder der Familie des Versicherten nicht erbracht werden kann. Seit dem 1. August 2009 trägt die Krankenkasse 90 v.H., bei Kinderhospizen 95 v.H. der zuschussfähigen Kosten; lediglich Leistungen der Pflegekasse werden darauf angerechnet. Der bisherige Eigenanteil der Versicherten an den Kosten eines stationären Hospizaufenthaltes ist damit entfallen.

Der Zuschuss ist vom Bundesgesetzgeber ausdrücklich nicht als Vollfinanzierung der stationären Hospize angelegt worden; auch weiterhin soll ein bedeutender Anteil der Kosten durch Spenden und durch vielfältiges ehrenamtliches Engagement aufgebracht werden.

zum Seitenanfang
zur mobilen Ansicht wechseln