Nds. Ministerium für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung klar

AIDS-Prävention

AIDS geht alle an: Jeder Mann und jede Frau ist zunächst selbst in der Verantwortung, sich und andere vor einer Ansteckung mit dem HI-Virus zu schützen. Da AIDS ausschließlich durch sexuelle und/oder gegenseitige Blutkontakte übertragen wird, ist Verhütung nach wie vor der beste Schutz gegen eine Infektion. Diese Grundsätze gelten heute eben noch so wie im Jahr 1982, als in ersten Artikeln über eine Häufung einer sehr seltenen Form der Lungenentzündung bei homosexuellen Männern berichtet wurde. Die bis dahin unbekannte Erkrankung wurde dann weltweit unter dem Begriff AIDS bekannt.

Die Niedersächsische Landesregierung fördert in Zusammenarbeit mit dem Bund Maßnahmen zur HIV-Prävention sowie zur Beratung und Unterstützung von Menschen mit HIV und AIDS. Dabei steht finanziell die Förderung der Arbeit der regionalen AIDS-Hilfen und -Projekte im Vordergrund.
Derzeit werden in Niedersachsen die Landesgeschäftsstelle der AIDS-Hilfen, 13 regionale AIDS-Hilfen sowie weitere AIDS-Projekte mit insgesamt 1.433 Mio Euro gefördert.

Die Selbsthilfeorganisationen wenden sich vorrangig an die von HIV und AIDS besonders betroffenen und bedrohten Gruppen, während die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung als staatliche Organisation ihren Blickwinkel auf die Allgemeinbevölkerung richtet. Diese Arbeitsteilung ist eine wesentliche Basis der erfolgreichen HIV- und AIDS-Prävention in Deutschland. Daneben bieten die Gesundheitsämter der Kommunen anonyme Beratung und häufig kostenlose HIV-Antikörpertests an.

Die vielfältigen Aktivitäten zur Aufklärung und Prävention haben dazu beigetragen, dass in Niedersachsen trotz leicht steigender Tendenz erfreulicherweise wenige Menschen mit HIV infiziert sind. Während sich weltweit etwa 33,2 Millionen Menschen mit HIV infiziert haben, leben in Deutschland etwa 63.500 Menschen mit dem Virus, davon ca. 4.200 in Niedersachsen. Allerdings wurden im Jahr 2008 nach jüngsten Zahlen des Robert-Koch-Instituts in Niedersachsen fast 200 Neudiagnosen gestellt. Das ist zahlenmäßig gesehen zwar immer noch eine relativ niedrige Rate. Dennoch ist sie Grund genug, den Menschen deutlich zu machen, in ihrer persönlichen Vorbeugung und ihrem Risikobewusstsein nicht nachzulassen.

Verändert hat sich zwar - wegen neuer, hoch wirksamer Medikamente - die Lebenssituation von Menschen mit HIV und AIDS. So hat sich die Lebenserwartung Erkrankter deutlich verlängert und ihre grundsätzliche gesundheitliche Situation ist besser geworden, aber nach wie vor gibt es keine Heilung der Krankheit AIDS.

Ein neuer Ansatz: Runder Tisch AIDS und Sozialer Dialog für AIDS und Arbeit

Um Veränderungen im Präventionsverhalten der Menschen und der veränderten Lebenssituation der AIDS-Erkrankten Rechnung zu tragen, hat das Niedersächsische Sozialministerium alle wichtigen Entscheidungsträger (Ärzte, Politik, Behörden, Hilfsorganisationen und Initiativen sowie die Kirchen) zu einem Runden Tisch geladen, um gemeinsame Handlungsansätze für Prävention und Hilfen zu entwickeln.

Als ersten Erfolg des Rundes Tisches haben die Niedersächsische AIDS-Hilfe und die Bundesagentur für Arbeit - Regionaldirektion Niedersachsen-Bremen - mit Unterstützung des Niedersächsischen Sozialministeriums ein Modellprojekt "Sozialer Dialog für AIDS und Arbeit" auf den Weg gebracht. Dessen Ziel ist es, HIV-Infizierten und AIDS-Erkrankten die Teilhabe am Erwerbsleben zu erleichtern, Diskriminierungen und Ungleichbehandlungen auf dem Arbeitsmarkt abzubauen sowie ihnen Arbeitslosigkeit und Armut zu ersparen. Auch der Niedersächsische Landkreistag und der Niedersächsische Städtetag haben sich dem Modellprojekt angeschlossen.

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