Nds. Ministerium für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung klar

Familienhebammen leisten frühe Hilfe

Wirksame Prävention schon vor der Geburt


Damit alle Kinder in Niedersachsen eine echte Chance auf Zukunft haben, begleiten derzeit bis zu 150 ausgebildete Familienhebammen in rund 40 Städten und Gemeinden Mütter und Familien, die Hilfe benötigen. Die Unterstützung kann schon vor der Geburt starten und bis zur Vollendung des ersten Lebensjahres eines Kindes andauern. Ziel ist der flächendeckende Einsatz von Familienhebammen in ganz Niedersachsen.

Träger des Projekts ist die Stiftung "Eine Chance für Kinder", die auch die vom Land geförderte Weiterbildung von Hebammen zu Familienhebammen organisiert. Die Fortbildung beinhaltet acht themenbezogene Module und schließt nach erfolgreicher Teilnahme mit einer Zertifizierung ab. Weitere Fortbildungskurse sind in Vorbereitung.

Die Familienhebammen sind eingebettet in die regionalen Netzwerke früher Hilfen gegen Kindeswohlgefährdung. Ziele des Einsatzes von Familienhebammen sind:

  • Frauen in schwierigen materiellen und psychosozial belastenden Lebenslagen und/oder mit medizinischen Risiken möglichst frühzeitig in der Schwangerschaft, spätestens jedoch sofort nach der Entbindung, zu erreichen
  • Entwicklungsdefizite von Kindern früher zu erkennen und die Inanspruchnahme der Schwangerenvorsorge und der Untersuchungen der Kinder zur Früherkennung von Krankheiten zu erhöhen
  • Mit allen an der gesundheitlichen, sozialen, psychischen und materiellen Versorgung der Familie interessierten und zuständigen Einrichtungen zusammen zu arbeiten, um durch die Koordination und Vernetzung der sozialen Dienste die Risiken zu minimieren, dass Mütter/Familien an ihren individuellen und sozialen Lebensumständen scheitern und dass Säuglinge, Klein- und Schulkinder vermeidbaren Gefahren für ihre körperliche, geistige und seelische Entwicklung ausgesetzt sind

Zielgruppen sind:

  • Schwangere Alleinstehende
  • Erstgebärende unter 18 Jahren
  • Schwangere Frauen (insbesondere solche, die bereits mehrere Kinder geboren haben) aus Familien mit sozialen Schwierigkeiten
  • Schwangere Frauen, die in gewalttätigen Milieus oder mit gewalttätigen Partnern leben
  • Schwangere Frauen mit Migrationshintergrund, die Hemmschwellen zum deutschen Gesundheitswesen haben
  • Psychisch labile oder kranke Frauen
  • Alkohol- und/oder drogenabhängige schwangere Frauen

Um den Einsatz der ausgebildeten Familienhebammen zu koordinieren und die Qualität der Arbeit und Fortbildung zu sichern, fördert das Land bei der Stiftung "Eine Chance für Kinder" seit 2007 eine Koordinationsstelle.

Stiftung Eine Chance für Kinder
Artikel-Informationen

02.12.2011

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