Nds. Ministerium für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung klar

Erziehungslotsen geben Familien Sicherheit und Hilfe

Was sind Erziehungslotsen?

Erziehungslotsinnen und Erziehungslotsen sind ehrenamtlich engagierte Menschen mit Lebenserfahrung; Männer und Frauen, die mit beiden Beinen im Leben stehen. Sie leisten den Familien lebenspraktische Hilfe, bei denen eine sozialpädagogische Familienhilfe noch nicht erforderlich ist, die aber dennoch für eine gewisse Zeit Unterstützung brauchen.

Ihre Tätigkeit ähnelt der von Schiffslotsen: Sie helfen einer Familie, den Weg sicher zu finden, begleiten Familien im Vorfeld einer schwierigen Passage oder auf einer schwierigen Wegstrecke und bringen sie nach Möglichkeit in einen sicheren Hafen. Anschließend kann das freiwillige und kostenlose Angebot für Familien wieder beendet werden.

Erziehungslotsinnen und Erziehungslotsen sollen nicht Beratungsstellen oder die Jugendhilfe ersetzen, sondern dazu beitragen, bei Müttern und Vätern Hemmschwellen für die Inanspruchnahme von Förderangeboten und Hilfen abzubauen. Sie unterstützen Eltern und Kinder gleichermaßen. Sie

• vermitteln pädagogische Förderangebote oder freizeitpädagogische Angebote;

• helfen die Schwellen zu Erziehungs- und Schuldnerberatungsstellen abzubauen;

• unterstützen bei der Beantragung von Hilfeleistungen und Schriftwechsel mit Behörden;

• beraten bei den schulischen Erfordernissen;

• geben praktische Tipps zur Bewältigung des Alltags, zur Strukturierung des Tages, zur gesunden Ernährung oder sinnvollem Freizeitverhalten.

Erziehungslotsinnen und Erziehungslotsen ergänzen die Angebote, die in Niedersachsen zur Stärkung des Kinderschutzes in den regionalen "Netzwerke früher Hilfen" auf den Weg gebracht wurden. Sie arbeiten dabei auch eng mit den 150 eingesetzten Familienhebammen zusammen, die Familien schon vor der Geburt und im ersten Lebensjahr eines Kindes zusammen. Erziehungslotsen bereichern auch die Arbeit der kommunalen Jugendhilfe um die Erfahrungen engagierter Ehrenamtlicher für unsere Familien.

Deshalb unterstützt das Land die Kommunen vom Land dabei, die Erziehungslotsen unter dem Dach der nahezu 200 Familien- und Kinderservicebüros in Niedersachsen einzusetzen. Denn die Familienservicebüros sind eng mit der kommunalen Jugendhilfe verbunden, sodass auch die Kompetenz der örtlichen Jugendämter in das Projekt Erziehungslotsen einfließt.

Wie kann man Erziehungslotsin oder Erziehungslotse werden?

Interessierte Frauen und Männer können sich bei den 25 Familienbildungsstätten (FmB) in Niedersachsen für die Tätigkeit als Erziehungslotsin oder Erziehungslotse bewerben.

Damit die Lotsinnen und Lotsen gut vorbereitet in die Familien gehen können, fördert das Land Niedersachsen ein Qualifizierungsprogramm in den Familienbildungsstätten. Hierzu wurde ein Curriculum entwickelt, das bei der Ausbildung unterstützt. Mit Hilfe eines Kursprogramms lernen die Erziehungslotsen, wie sie ihre vielfältigen Lebenserfahrungen ganz praktisch einer Familie zur Verfügung stellen können.

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