Nds. Ministerium für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung klar

Niedersächsischer Staatspreis für Architektur 2006

Braunschweiger Fabrik zum lebendigen Stadtquartier umgestaltet


Das Niedersächsisches Bauministerium hat am 20. September im hannoverschen Landtag den Umbau des Kastanienhofs in Braunschweig mit dem Niedersächsischen Staatspreis für Architektur 2006 ausgezeichnet. Das Projekt vereint familiäres Wohnen, Handwerk und Büro in dem historischen Komplex einer ehemaligen Konservenfabrik. Der Kastanienhof vom Bauherren Nils Könekamp wurde in enger interdisziplinärer Zusammenarbeit zwischen Architekt und Ingenieur verwirklicht.

Die höchste Architekturauszeichnung des Landes, die alle zwei Jahre ausgelobt wird, wurde bereits zum sechsten Mal vergeben - zum dritten Mal in Kooperation mit der Architektenkammer. Der diesjährige Wettbewerb hatte das Thema: "Wohnen und Arbeiten im Quartier - Neue Formen der Nutzungsmischungen unter besonderer Berücksichtigung des Lebens mit Kindern".

"Der demografische Wandel stellt uns auch im Städtebau vor große Herausforderungen. Wir sollten uns nicht allein auf den wachsenden Anteil der älteren Bevölkerung konzentrieren, sondern auch deutlich machen, dass wir verstärkt Familien in den Fokus stellen", so Ministerin Ross-Luttmann. "Wir haben Beiträge gesucht, die gute Beispiele für ein attraktives Umfeld für Eltern mit Kindern aufzeigen. Mit einer Kombination von Wohnen und Arbeiten sollen die Lebensbereiche wieder näher zusammengeführt und lebendige Stadtquartiere geschaffen werden."

Die Jury unter Vorsitz von Architekt Prof. Walter Stamm-Teske (Bauhaus-Universität Weimar) überzeugte beim Kastanienhof vor allem der Umgang der Planer mit der vorhandenen Bausubstanz. Mit großem Respekt vor dem Bauwerk und den historischen Nutzungen sei es bei einer hohen Feinfühligkeit gelungen, in die alte Konservenfabrik vitale und vielfältige Nutzung zu integrieren. Büro, Handwerk und Wohnen begegneten sich hier ganz selbstverständlich im Miteinander. Mit beeindruckendem Engagement und Willen der Bauherren werden Freiräume auf dem Grundstück mit dem öffentlichen Straßenraum vernetzt. So werde ein neues lebendiges Stück Stadt hinzugewonnen, das auch der Nachbarschaft dient, lobten die Juroren. Besondere Anerkennung fand auch die interdisziplinäre Zusammenarbeit von Architekt und Ingenieur.

Für den Staatspreis nominiert wurde außerdem das Henriettenviertel in Hannover, das Objekt "Familiales Domicil" in Lehrte-Kolshorn, die Projekte der Baugruppe Sedanstraße und die Einrichtung zur Unterbringung von Straßenkindern "bed-by-night" in Hannover. Ingesamt wurden 37 Arbeiten für den Wettbewerb eingereicht.

Eine Dokumentation und eine Wanderausstellung durch ganz Niedersachsen stellen alle Projekte der engeren Wahl vor. Stationen waren die Architektenkammer Niedersachsen in Hannover, die Technische Universität in Braunschweig und die Landesvertretung Niedersachsen in Berlin.

Die Ausstellung vom 17. bis 29.11.2007 im Stadtmuseum in Oldenburg bildete den Abschluss.

Baukultur
Publikationen erhalten Sie

zum Seitenanfang
zur mobilen Ansicht wechseln