Nds. Ministerium für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung klar

Baukultur

Landesinitiative Baukultur in Niedersachsen

Baukultur berührt als Querschnittsthema sehr viele Aspekte: von der Stadtentwicklung einschl. ihrer Planungsprozesse über die Stadt- und Landschaftsgestaltung, die Gestaltung und Bewahrung von Gebäuden und öffentlichen Räumen bis zur baulichen Ausführung.

Das Land Niedersachsen nimmt sich dieses Politikfeldes seit Jahren an. Federführendes Ministerium ist das Niedersächsische Ministerium für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung. Den aktuellen Handlungsrahmen stellt die im Juli 2006 vom Landtag beschlossene Entschließung zur Weiterentwicklung der Baukultur in Niedersachsen dar. In der Folge dieser Entschließung wurden Bausteine einer originär vom Land Niedersachsen ausgestalteten „Landesinitiative Baukultur in Niedersachsen" erarbeitet und umgesetzt. Die Landesinitiative Baukultur besteht aus vier Bausteinen:

  • Baustein Niedersächsischer Staatspreis für Architektur

    Alle zwei Jahre vergibt das Land Niedersachsen in Kooperation mit der Architektenkammer Niedersachsen den Niedersächsischen Staatspreis für Architektur, dokumentiert die Ergebnisse und präsentiert diese in einer Wanderausstellung niedersachsenweit. Gerade in seiner spezifischen Ausformung mit der Themenzentriertheit und den Ausstellungen leistet der Staatspreis einen wesentlichen Beitrag zur Etablierung und Förderung der Baukultur in Niedersachsen.

  • Baustein Förderung regionaler Projekte

    Seit dem Jahr 2008 stellt der Landtag Haushaltsmittel zur Förderung der Baukultur bereit. Damit können u.a. regionale Projekte gefördert werden.
    Mitfinanziert wurden bisher beispielsweise baukulturelle Veranstaltungen in Oldenburg Braunschweig und Wilhelmshaven sowie Ausstellungsprojekte in Braunschweig und Wolfsburg. Es wurden auch baukulturelle Vortragsreihen in Hannover, Osnabrück und Oldenburg unterstützt.

  • Baustein Symposium für Baukultur

    Seit dem Jahr 2007 richten das Land Niedersachsen zusammen mit der Architektenkammer Niedersachsen zu wechselnden Themen jährlich ein Symposium zur Baukultur aus. Steigende Besucherzahlen verdeutlichen das Interesse am Thema Baukultur. Zu den bislang elf Symposien wurden Dokumentationen erstellt, die unter www.aknds.de in der Rubrik „Symposium für Baukultur" angeschaut werden können.


    Das 11. Symposium Baukultur in Niedersachsen fand am 23. Juni 2017 im Sheraton Hotel Hannover zum Thema "Architektur. Bildung. Landschaft." statt.


  • Baustein Architektur in der Schule

    Diesen Baustein betreuen das Niedersächsische Kultusministerium, die Architektenkammer und der Verein zur Förderung der Baukunst. Die Aktivitäten dieses Bausteins sind breit gefächert. Sie reichen von Schulprojekten mit Architektinnen und Architekten über die Entwicklung von Unterrichtsmaterialien und die architekturbezogenen Lehrerfortbildung.

Die vom Land Niedersachsen auf den Weg gebrachte Landesinitiative Baukultur wird durch das landesweit tätige Netzwerk Baukultur sinnvoll ergänzt.

Netzwerk Baukultur in Niedersachsen

Was ist das Netzwerk Baukultur?

Das vom Land Niedersachsen im November 2009 mit vielen Kooperationspartnerinnen und Kooperationspartnern ins Leben gerufene Netzwerk verfolgt das grundsätzliches Ziel, das vielfältig in Niedersachsen vorhandene baukulturelle Engagement von Bürgerinnen und Bürger, Vereinen, Verbänden, Institutionen, Hochschulen, Kommunen sowie dem Land Niedersachsen miteinander zu vernetzen. Nach einer Findungs- und Konsolidierungsphase entwickelt sich das zukünftig selbständige Netzwerk Baukultur in zu einer festen Größe baukultureller Identität in Niedersachsen.
Das Netzwerk möchte Akzente für mehr Qualität im Planen und im Bauen setzen, sei es in den Prozessen oder in der Realisierung. Es möchte Aufmerksamkeit, Energie und Kreativität für mehr Lebensqualität in unseren Städten und Regionen wecken und das Engagement für mehr Baukultur im öffentlichen sowie privaten Bewusstsein verankern.

Wofür steht das Netzwerk Baukultur?

Anlässlich der Auftaktveranstaltung wurde ein Statut verabschiedet, wonach das Netzwerk Baukultur

  • dazu beiträgt, dass die Städte und Gemeinden in Niedersachsen lebendige Orte der Veränderung bleiben - mit eigenständigen Profilen und unverwechselbaren Identitäten,
  • sich für die Verbesserung der gebauten Umwelt engagiert und für mehr Qualität und Kreativität im Planen und Bauen eintritt, sowohl in den Prozessen als auch in der Umsetzung,
  • sich als Plattform für Dialog, Information und Kommunikation versteht,
  • als Impulsgeber und öffentlichkeitswirksamer Interessenvertreter der Baukultur in Niedersachsen fungiert,
  • sich in den baukulturellen Dialog in Niedersachsen einmischt, eigenständige Positionen erarbeitet und diese nach außen vertritt,
  • den interdisziplinären Austausch, das voneinander Lernen sowie die kritische Auseinandersetzung seiner Mitglieder fördert und damit einen unmittelbaren Mehrwert für alle Interessierte bietet,
  • sich selbst organisiert und von seinen engagierten Mitgliedern lebt, die aktiv das Netzwerk mit gestalten,
  • allen institutionellen und ehrenamtlichen Akteuren der Baukultur offen steht und so die Ressourcen und das Engagement seiner Mitglieder bündelt,
  • im gemeinsamen Handeln eigenständig Projekte und Veranstaltungen entwickelt, die die Baukultur in Niedersachsen weiter profilieren und
  • nachhaltig lebendige Akzente für die Lebensqualität in Niedersachsen setzt.

Was versteht das Netzwerk unter Baukultur?

Baukultur umfasst die Gesamtheit aller die Qualität des Planens und Bauens beeinflussenden kulturellen, ökonomischen, technischen, sozialen und ökologischen Aspekte. Sie beschreibt den Umgang einer Gesellschaft mit der gebauten Umwelt, ihrer Planung und Nutzung, ihrer Erhaltung und Weiterentwicklung. Baukultur ist mehr als architektonische Gestaltqualität. Sie ist viel umfassender, indem sie Aspekte wie Städtebau, Architektur, Kunst, Ingenieurbau, Infrastrukturplanung, Konstruktion, Stadt- und Landschaftsplanung, Denkmalschutz, Bau- und Wohnungswirtschaft und Planungsprozesse zu einer Gesamtqualität verbindet.

Weshalb engagiert sich das Netzwerk für mehr Baukultur?

Baukultur ist integraler Bestandteil einer nachhaltigen Stadtentwicklungspolitik, ein Faktor der Wirtschaftspolitik und auch ein Instrument des sozialen Zusammenhalts. Hohe baukulturelle Qualität stärkt die Identifikation der Menschen mit ihrer Stadt, Region und Landschaft und erhöht deren Funktionalität und Entwicklungschancen. Insbesondere die Qualität der Infrastruktur, der öffentlichen Gebäude und des öffentlichen Raumes sind hierbei wichtige Faktoren. Baukultur bedeutet Lebensqualität, auf die jede Bürgerin und jeder Bürger ein Recht hat.

Welche Mitglieder hat das Netzwerk bislang?

Das Interesse am Netzwerk ist groß. Mehr als 180 Beteiligte signalisierten bislang ihre Bereitschaft zur Mitarbeit. Darunter befinden sich

  • Vereine (u.a. Verein zur Förderung der Baukunst)
  • Regionale Baukulturinitiativen (u.a. Forum Architektur Wolfsburg; bau_werk Oldenburg; AG Stadtleben Hannover; martini I 50 Osnabrück)
  • Berufsverbände (u.a. BDA; BDLA; SRL)
  • Institutionen (u.a. Bauindustrie Niedersachsen, Betonmarketing; Bauindustrie-Verband, Baugewerbe-Verband, Immobilien-Verband Niedersachsen; Verband Privater Bauherren)
  • Hochschulen (Universitäten, Fachhochschulen)
  • Kammern (Architektenkammer sowie Ingenieurkammer Niedersachsen)
  • Kommunen
  • Land Niedersachsen
  • sonstige Akteure und Einzelpersonen.

Der Beitritt zum Netzwerk steht allen baukulturell Aktiven und Interessierten offen.
Neue Kooperationspartnerinnen und Kooperationspartner, Multiplikatoren und Akteure vor Ort sind willkommen!

kontakt@baukultur-niedersachsen.de

Alle wichtigen und aktuellen Informationen zur Landesinitiative und zum Netzwerk Baukultur in Niedersachsen.

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