Nds. Ministerium für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung klar

Angebote zur Unterstützung im Alltag

Bei jedem Menschen steigt mit dem Lebensalter auch die Wahrscheinlichkeit, gebrechlich und hilfe- oder sogar pflegebedürftig zu werden. Ältere Menschen bedürfen dann in Abhängigkeit von ihrem Gesundheitszustand bei der Bewältigung ihres Alltages mehr oder weniger intensiver Betreuung und Beaufsichtigung sowie unterstützender Hilfe im Alltag oder im Bereich der hauswirtschaftlichen Versorgung.

Unabhängig vom Grad ihrer Hilfebedürftigkeit haben die meisten Menschen aber auch in dieser Lebenssituation den Wunsch, trotz möglicher Einschränkungen in ihrer gewohnten Umgebung der eigenen Häuslichkeit verbleiben zu können. Um dies ermöglichen zu können, werden die erforderlichen Hilfestellungen und ggf. auch Pflegeleistungen in der überwiegenden Zahl von Angehörigen erbracht, die bei Bedarf die Hilfe ambulanter Pflegediensten hinzuziehen.

Die umfassende Betreuung und Versorgung eines älteren Menschen rund um die Uhr sicherzustellen, das bedeutet für die pflegenden Angehörigen nicht selten eine erhebliche Belastung. Die Landesregierung verfolgt das Ziel, die pflegenden Familien bei dieser Aufgabe nach Kräften zu unterstützen und zu entlasten; sie bedient sich zu diesem Zweck im Rahmen der Pflegeversicherung u.a. der „Angebote zur Unterstützung im Alltag".

Die nebenstehenden Links und Downloads geben Ihnen weitere Informationen zu diesem Thema.

Was sind Angebote zur Unterstützung im Alltag?

Angebote zur Unterstützung im Alltag nach § 45 a Abs. 1 SGB XI sind

  1. Betreuungsangebote, d.h. Angebote, im Rahmen derer insbesondere ehrenamtliche Helferinnen und Helfer unter pflegefachlicher Anleitung die Betreuung von Pflegebedürftigen mit allgemeinem oder mit besonderem Betreuungsbedarf übernehmen - und dies in Gruppen oder im häuslichen Bereich,

  2. Angebote der Pflegebegleitung , die pflegenden Angehörigen und vergleichbar nahestehenden Pflegepersonen gerade in ihrer Eigenschaft als Pflegende zur gezielten Entlastung und beratenden Unterstützung dienen und

  3. Angebote zur Entlastung im Alltag und bei der hauswirtschaftlichen Tätigkeit, die dazu dienen, die Pflegebedürftigen bei der Bewältigung von Anforderungen des Alltags oder im Haushalt, insbesondere bei der Haushaltsführung, oder bei der eigenverantwortlichen Organisation individuell benötigter Hilfeleistungen zu unterstützen.

Die Angebote sind organisatorisch in der Regel einem Leistungsanbieter, also z.B. der Caritas, dem Roten Kreuz, der Arbeiterwohlfahrt, den Maltesern, der Diakonie, den Johannitern, dem Paritätischen, den Einrichtungen der Alzheimer-Gesellschaft oder weiteren Einrichtungen der Lebens- und Nachbarschaftshilfe angegliedert. Die Helferinnen und Helfer werden für ihre Tätigkeit durch Fachkräfte angeleitet. Die Betreuung kann sowohl in Einzelbetreuung in der Wohnung der Betroffenen, alternativ aber auch außerhalb der häuslichen Umgebung in Gruppen erfolgen. Mit der Unterstützung durch diese Angebote können vorzeitige Heimaufnahmen der zu Pflegenden vermieden, zumindest aber verzögert werden.

Wer kann die Leistungen der Angebote zur Unterstützung im Alltag in Anspruch nehmen?

Die Leistungen der Angebote zur Unterstützung im Alltag sind vorgesehen für Pflegbedürftige sowie für Menschen mit eingeschränkter Alltagskompetenz; letztere liegt vor bei demenzieller Erkrankung, psychischer, geistiger oder körperlicher Behinderung, wenn dies nach Begutachtung durch den Medizinischen Dienstes der Krankenkassen (MDK) festgestellt wird.

Gibt es Leistungen der Pflegeversicherung?

Bei Feststellung der Voraussetzungen erhalten die Betroffenen zum Zwecke der Inanspruchnahme der Leistungen der Angebote zur Unterstützung im Alltag aus den Mitteln der Pflegekassen einen „zusätzlichen Entlastungsbetrag". Diese Leistung beträgt seit dem 01.01.2017 insges. 125 € monatlich (§ 45 b Abs. 1 SGB XI).

Mit diesen Mitteln können - abgestimmt auf den Bedarf der Betroffenen und der Angehörigen - stundenweise Betreuungen und Unterstützungsleistungen durch die Angebote zur Unterstützung im Alltag vereinbart und abgerechnet werden. Die Kosten der Betreuung werden vom Anbieter festgelegt und liegen im Schnitt im Bereich von 7,50 € bis 15 € je Stunde und betreutem Angehörigen.

Der zusätzliche Entlastungsbetrag wird - unabhängig von anderen Leistungen nach dem SGB XI - ergänzend zum Pflegegeld oder zur Pflegesachleistung gewährt; es handelt sich aber um eine Kostenerstattung, d.h. dass der Betrag nicht an den Betroffenen ausgezahlt, sondern von der Pflegekasse direkt mit den Angeboten zur Unterstützung im Alltag abgerechnet wird.

Wo finde ich Angebote, die für mich und meine Bedürfnisse geeignet sind?

Derzeit gibt es über 460 anerkannte Leistungsanbieter; in jedem Landkreis und jeder kreisfreien Stadt in Niedersachsen ist mindestens ein solches Angebot vorhanden. Aktuelle Informationen über Angebote in Ihrem direkten Wohnumfeld finden Sie nebenstehend bei den Links bzw. Downloads. Darüber hinaus berät Sie auch jeder Senioren-/Pflegestützpunkt über Anbieter in Ihrer Nähe.
Ihren Senioren-/Pflegestützpunkt finden Sie ebenfalls in diesem Internetauftritt des Landes.

Das Land Niedersachsen und die Pflegekassen fördern zudem zu jeweils 50 % die Koordination solcher Angebote über eine Förderrichtlinie. Auf der Grundlage dieser Richtlinie erhalten die mit ehrenamtlichen Kräften arbeitenden Leistungsanbieter je nach Angebot Fördermittel für Personal- und Sachausgaben, die mit der Koordination und Organisation der Hilfen, der fachlichen Anleitung, Schulung und Fortbildung sowie der fachlichen Begleitung und Unterstützung der Ehrenamtlichen verbunden sind. Voraussetzung dafür ist eine Anerkennung des Leistungserbringers durch das Land. Diese Anerkennung wird durch Landesrecht geregelt und stellt die u.a. erforderliche Qualität der Betreuung sicher (Nds. Anerkennungsverordnung). Die aktuelle Richtlinie läuft noch bis zum 31.12. 2018; eine Fortsetzung ist beabsichtigt.

Ergänzende Information :

Leistungen der beschriebenen Art werden auch von ambulanten Pflegediensten angeboten; auch diese Leistungen können bei Vorliegen der Voraussetzungen mit den Pflegekassen abgerechnet werden. Da das Angebot in diesen Fällen aber von professionellen Kräften übernommen wird, ist dies in der Regel mit höheren Kosten pro Stunde verbunden.

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