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Weiterentwicklung der Palliativversorgung und Hospizarbeit in Niedersachsen

Zur Aufwertung und zum Ausbau der Palliativversorgung und Hospizarbeit als umfassenden Beitrag zur Versorgung Schwerkranker und Sterbender in Niedersachsen hat das Land mit folgenden Schritten beigetragen

  • durch ein von der Landesregierung mit in Auftrag gegebenes Gutachten zur Palliativversorgung in Niedersachsen aus dem Oktober 2004,
  • durch eine vom Land ins Leben gerufene Fachtagung zur Diskussion über die Ergebnisse dieses Gutachtens vom Juli 2005,
  • durch das von der Landesregierung im Zusammenarbeit mit Experten erarbeitete Rahmenkonzept zur Weiterentwicklung der Palliativversorgung in Niedersachsen vom März 2006 und
  • die seit Mitte 2006 gestartete, finanzielle Landesförderung von Palliativstützpunkten, die auf der Ebene der spezialisierten Palliativversorgung angesiedelt sind.

Niedersachsen richtet flächendeckend Palliativstützpunkte ein

In Niedersachsen gibt es derzeit rund 130 ambulante Hospizdienste und 17 stationäre Hospize sowie mehr als 40 stationäre Palliativeinrichtungen an Krankenhäusern. Sie bilden die Grundlage für den Aufbau eines flächendeckenden Netzes von bis zu 40 Palliativstützpunkten. In denen werden Erfahrungen, Fachwissen und ehrenamtliches Engagement gebündelt, um noch mehr Patienten und ihren Angehörigen eine menschen-würdige Sterbebegleitung, möglichst in vertrauter Umgebung, anbieten zu können.

Jeder der Stützpunkte arbeitet nach einem mit Palliativeinrichtungen, Hospizdiensten, den Krankenkassen und der Kassenärztlichen Vereinigung abgestimmten Rahmenkonzept. Auf der Basis einer gemeinsamen Vereinbarung kooperieren palliativmedizinisch qualifizierte Fachärztinnen und Fachärzte, ambulante Palliativdienste oder Pflegedienste mit qualifiziertem Fachpersonal, ambulante und stationäre Hospize sowie Krankenhäuser mit einer geeigneten palliativmedizinischen Infrastruktur.

Zu den Angeboten der Palliativstützpunkte zählt neben der wohnortnahen, ambulanten und stationären Versorgung auch eine 24-Stunden-Hotline, die Hausärzten sowie Alten- und Pflegeheimen und Angehörigen Beratung und Hilfestellung bietet.

Seit 2006 sind bereits 34 Palliativstützpunkte in die Landesförderung aufgenommen worden. Jeder Palliativstützpunkt erhält vom Land als Starthilfe für den organisatorischen Aufbau einen Zuschuss von 25.000 Euro im ersten Jahr, insgesamt 55.000 Euro verteilt auf vier Jahre.

Niedersächsische Koordinierungs- und Beratungsstelle für Hospizarbeit und Palliativversorgung ist gestartet

Die mit dem Aufbau der niedersächsischen Palliativstützpunkte gewonnenen Erfahrungen haben gezeigt, dass die vielfältigen Fragestellungen, die im Zusammenhang mit der Weiterentwicklung der Hospizarbeit und Palliativversorgung auftreten, die Einrichtung einer zentralen Institution in Niedersachsen erfordern, die unabhängig koordinierend und beratend tätig werden kann.

Die Niedersächsische "Koordinierungs- und Beratungsstelle für Hospizarbeit und Palliativversorgung", die am 5. Januar 2009 ihre Arbeit aufgenommen hat, soll vor allem folgende Funktionen wahrnehmen:

  • Bindeglied zwischen dem Niedersächsischen Sozialministerium und der Hospizarbeit und Palliativversorgung in ihrer Gesamtheit.
  • Unterstützung und Beratung der Landesregierung in Fragen der weiteren Entwicklung der Hospizarbeit und Palliativversorgung.
  • Unterstützung beim Aufbau neuer Initiativen im haupt- und ehrenamtlichen Bereich der Hospizarbeit und Palliativversorgung.
  • Mitwirkung bei der Umsetzung der spezialisierten ambulanten Palliativversorgung als neuer Leistung der gesetzlichen Krankenkassen auf Landesebene.
  • Anlaufstelle für Bürgerinnen und Bürger, die haupt- oder ehrenamtlich mit der Betreuung von schwerstkranken und sterbenden Menschen befasst sind.

Prof. Dr. med. Winfried Hardinghaus leitet die neugeschaffene Zentralstelle. Als ärztlicher Direktor der Niels-Stensen-Kliniken - Krankenhaus St. Raphael - in Ostercappeln engagiert er sich über die von ihm mit ins Leben gerufene Bewegung "Spes Viva" seit Jahren, die Situation schwerstkranker und sterbender Menschen und ihrer Angehörigen zu verbessern.

Das Büro der "Niedersächsischen Koordinierungs- und Beratungsstelle für Hospizarbeit und Palliativversorgung" ist in den Räumen des Landkreises Osnabrück, Am Schölerberg 1, 49082 Osnabrück, untergebracht und dort unter der Telefonnummer (05 41) 5 01 80 00 zu erreichen.

Aus-, Fort- und Weiterbildung wird verstärkt

Das Rahmenkonzept zur Weiterentwicklung der Palliativversorgung in Niedersachsen sieht außerdem eine verstärkte Aus-, Fort- und Weiterbildung aller Berufgruppen und ehrenamtlich Tätigen vor, die in die palliativmedizinische Versorgung eingebunden sind. Zudem sollen Standards und Leitlinien entwickelt werden, die in Behandlungsschritte und Versorgungsketten einbezogen werden.

Künftig wird die palliativmedizinische Ausbildung der Medizinstudierenden dadurch intensiviert, dass die Palliativmediin in der Approbationsordnung der Ärzte zum Pflichtlehr- und Prüfungsfach wird. Niedersachsen hat sich bereits seit Jahren für eine solche Änderung eingesetzt.

Dass die Palliativmedizin in der Ausbildung der Ärztinnen und Ärzte noch nicht den Stellenwert erreicht hat, der ihr zukommt, hat auch die Ärztekammer Niedersachsen erkannt und mit der Gründung einer Akademie für Palliativmedizin und Hospizarbeit ein Forum für die Fort- und Weiterbildung aller in der Palliativmedizin Tätigen geschaffen.

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