Auf Initiative des Niedersächsischen Sozialministeriums haben sich 17 Akteure des Gesundheitswesens und die im Runden Tisch Organspende Niedersachsen organisierten Patientenselbsthilfeverbände zu einem Aktionsbündnis zusammengeschlossen.
Die Netzwerkpartner haben sich zum Ziel gesetzt, die Aufklärungsarbeit zu intensivieren und sich dabei gegenseitig zu unterstützen, um noch mehr Menschen zum Nachdenken anzuregen und für eine persönliche Entscheidung zur Organspende zu motivieren. Die einfachste Möglichkeit dazu ist, dies in einem Organspendeausweis zu dokumentieren. Zurzeit haben erst etwa 12 Prozent der Bevölkerung einen solchen Ausweis ausgefüllt, obwohl viele Menschen dem Thema Organspende grundsätzlich positiv gegenüberstehen.
Die moderne Medizin ist in der Lage, kranken Menschen durch eine Organtransplantation die Chance auf ein neues Leben zu eröffnen. Allein in Niedersachsen warten derzeit rund 1.700 Patienten auf eine Organtransplantation, da ihr Körper durch Krankheit oder Unfall bedingt lebensnotwendige Funktionen nicht mehr selbstständig übernehmen kann.
Deshalb ist es wichtig, in allen gesellschaftlichen Gruppen, vor allem in den Familien offen und angstfrei über die Organspende zu sprechen, damit mehr Menschen als bisher schon zu Lebzeiten selbst einer postmortalen Organ- oder Gewebespende schriftlich zustimmen. Dadurch bleibt Angehörigen potenzieller Organspender eine schwierige Entscheidung erspart.
Die Arbeit des Netzwerkes trägt bereits erste Früchte: Die Landwirtschaftliche Krankenkasse Niedersachsen-Bremen, die Selbsthilfeverbände und die Deutsche Stiftung Organtransplantation (DSO) unterstützen als Netzwerkpartner die niedersächsischen Landfrauenverbände Hannover und Weser-Ems bei einer landesweiten Aufklärungskampagne zur Organspende.
Dank der Initiative der im Netzwerk vertretenen Patientenverbände wurdr zudem der bundesweite "Tag der Organspende" am 05.06.2010 erstmals in Niedersachsen veranstaltet.
Optimierung der Spendermeldungen in Krankenhäusern
Um Spendermeldungen aus Krankenhäusern zu optimieren, haben sich 14 niedersächsische Kliniken mit neuro-chirurgischer Ausrichtung an einem Netzwerk-Modellprojekt des Niedersächsischen Sozialministeriums beteiligt. Ein Jahr lang haben die teilnehmenden Kliniken nach Eintritt des Hirntodes von Patientinnen und Patienten neben der Todesbescheinigung einen von der DSO konzipierten Meldebogen ausgefüllt. Er soll Aufschluss darüber geben, ob alle potenziellen Organspender ausfindig gemacht werden konnten. Das Modellprojekt wird zurzeit ausgewertet. Die daraus gewonnenen Erkenntnisse sollen die Verantwortlichen in den Kliniken künftig bei der Meldung und Realisierung von Organspenden unterstützen.
Die Partner im Netzwerk Organspende:
AOK - Die Gesundheitskasse für Niedersachsen, Landesdirektion
Apothekerkammer Niedersachsen
Ärztekammer Niedersachsen
Arbeitsgemeinschaft der kommunalen Spitzenverbände
Bundesverband der Organtransplantierten e. V. (BDO), Regionalgruppe Niedersachsen
BKK Landesverband Mitte
Deutsche Gesellschaft für Gewebetransplantation
Deutsche Stiftung Organtransplantation - Region Nord
IKK-Landesverband Nord, Vertretung Niedersachsen
Kassenärztliche Vereinigung Niedersachsen
Knappschaft Bahn See, Verwaltungsstelle Hannover
Landesapothekerverband Niedersachsen e. V.
Landfrauenverband Weser-Ems e.V.
Landesverband Niedersachsen der Ärztinnen und Ärzte des Öffentlichen Gesundheitsdienstes
Landesverband Nierenkranker, Dialysepatienten und Transplantierter Niedersachsen e. V.
Landwirtschaftliche Krankenkasse Niedersachsen-Bremen
Lebertransplantierte Deutschland e. V.
Niedersächsische Krankenhausgesellschaft e.V.
Niedersächsisches Kultusministerium
Niedersächsischer Landfrauenverband Hannover e.V.
Niedersächsisches Landesgesundheitsamt
Niedersächsisches Ministerium für Soziales, Frauen, Familie, Gesundheit und Integration
Runder Tisch Organspende Niedersachsen
Selbsthilfe nierenkranker Kinder und Jugendlicher e. V.
Verband der Ersatzkassen, Landesvertretung Niedersachsen