Das EKN soll die neu auftretenden und insgesamt vorliegenden Krebserkrankungen sowie die durch Krebs verursachten Todesfälle in Niedersachsen dokumentieren und auswerten (Inzidenz, Prävalenz, Mortalität).
Durch die Auswertung der erhobenen Daten liefert es Informationen über die Häufigkeit und die Verteilung bösartiger Erkrankungen in der Bevölkerung.
Diese Dokumentationsform verfolgt das Ziel, Krebs erregende Faktoren, wie zum Beispiel durch Umwelteinflüsse, Arbeitsstoffe, Nahrungsmittel und Arzneistoffe, aber auch durch genetische Faktoren, zu identifizieren.
Zeitliche oder regionale Häufungen (Cluster) können durch die Auswertungen der Daten des epidemiologischen Krebsregisters frühzeitig auffallen und gezielt untersucht werden.
Gewonnene Erkenntnisse über Ausmaß und Verbreitungsmuster bestimmter Krebsformen ermöglichen die Bildung von Hypothesen über vermutete Ursachen. Gezielte Studien können initiiert und unterstützt werden.
Auf Grund der Sammelfunktion kann ein bevölkerungsbezogenes Krebsregister auch für seltene Krebserkrankungen aussagekräftige Fallzahlen liefern.
Die statistisch-epidemiologischen Auswertungen liefern wichtige Grundlagen für die Planungen im Gesundheitswesen.
Die Aussagefähigkeit des EKN ist an eine hohe Bereitschaft in der Niedersächsischen Bevölkerung und Ärzteschaft zur Meldung aller Krebsneuerkrankungen an das EKN gebunden. Nur wenn eine annähernd vollständige Registrierung von mehr als 90% erreicht wird, kann eine flächendeckende Verlaufsbeobachtung des Krebsaufkommens mit Frühwarnfunktion in Niedersachsen realisiert werden, die nationalen und internationalen wissenschaftlichen Anforderungen entspricht.