Sozialministerin Ross-Luttmann: „Guter Service dient allen Generationen“
HANNOVER. Niedersachsens Sozialministerin Mechthild Ross-Luttmann hat heute gemeinsam mit Delia Balzer, Koordinatorin der Landesinitiative Niedersachsen Generationengerechter Alltag (LINGA), Hans-Joachim Rambow, Geschäftsführer des Unternehmerverbands Einzelhandel Niedersachsen, sowie Dr. Christoph Steinbach, Vorsitzender des Landesseniorenrats Niedersachsen e.V., das überregional bedeutende Niedersächsische Projekt "Qualitätszeichen generationenfreundliches Einkaufen" präsentiert. Einzelhändler in Niedersachsen können sich jetzt um ein Zertifikat bewerben, dass sie als "Ausgezeichnet Generationenfreundlich" ausweist.
"Guter Service dient allen Generationen. Wer älteren Menschen im Alltag hilft, lässt auch jüngere an Fortschritten teilhaben. Wer mit dem Kinderwagen oder einem Rollator einkaufen geht, weiß breite Gänge, große Umkleidekabinen oder einen stufenlosen Geschäftseingang zu schätzen", so Mechthild Ross-Luttmann.
Auf der Grundlage der Idee des "Seniorenfreundlichen Service" des Seniorenrings in Wolfsburg wurde das Projekt "Qualitätszeichen generationenfreundliches Einkaufen" von der LINGA gemeinsam mit dem Niedersächsischen Sozialministerium, dem Einzelhandelsverband Niedersachsen und dem Landesseniorenrat weiterentwickelt.
Eigens qualifizierte Seniorentesterinnen und Seniorentester werden Aspekte wie Leistungsangebote, Geschäftsräume und Serviceverhalten des Personals der sich bewerbenden Geschäfte untersuchen und nach bestimmten Kriterien bewerten. Werden die Kriterien erfüllt, erhält das Geschäft ein Zertifikat, das zwei Jahre lang gültig ist. Einzelhandelsgeschäfte, die die Zertifizierung nicht geschafft haben, können sich bei der LINGA über zusätzliche Beratungs- und Qualifizierungsangebote von regionalen Partnern informieren.
Delia Balzer: "Der regionale Bezug wird maßgeblich den Erfolg dieses Projektes bestimmen. Seniorinnen und Senioren werden in ihrer Heimatstadt aktiv, auf diese Weise identifiziert sich auch der Einzelhandel leichter mit dem ‚Qualitätszeichen generationenfreundliches Einkaufen’."
Der Hauptverband des Deutschen Einzelhandels (HDE) unterstützt als Träger der Initiative "Qualitätszeichen generationenfreundliches Einkaufen" zusammen mit der Initiative "Wirtschaftsfaktor Alter" das Projekt in Niedersachsen. Der HDE wird die Ergebnisse aus Niedersachsen, in die auch der niedersächsische Einzelhandelsverband eingebunden ist, auswerten und in die bundesweite Initiative einfließen lassen. Ab dem Frühjahr 2010 können im gesamten Bundesgebiet Geschäfte nach dem in Niedersachsen erprobten Verfahren ausgezeichnet werden. Das jetzt eingeführte Logo wird dann bundesweit übernommen. "Mit einem bundesweit einheitlichen Logo schaffen wir Vertrauen und Klarheit für die Verbraucherinnen und Verbraucher. Wir wollen keinen Schilderwald", sagte Sozialministerin Ross-Luttmann.
"Das Angebot des Handels ist seit Jahrhunderten ein Spiegelbild der gesellschaftlichen Vielfalt. Es ist mehr als die richtige Ware zum passenden Preis am richtigen Ort notwendig, um die Ansprüche aller Generationen zufrieden zu stellen. Der Handel muss sich immer auf die individuellen Möglichkeiten und Bedürfnisse seiner Kunden einstellen. Diese besondere Leistung wird durch die Initiative ‚Qualitätszeichen generationenfreundliches Einkaufen’ in den Vordergrund gestellt", so Hans-Joachim Rambow.
Dr. Christoph Steinbach ergänzt: "Seniorenvertretungen und ihnen nahestehende Personen sind für die Zertifizierung im Rahmen des ‚seniorenfreundlichen’ bzw. ‚generationsfreundlichen Service’ am besten geeignet. Sie vertreten nicht nur die Interessen ihrer eigenen Generation, sondern verfügen auf Grund ihrer oft jahrelangen Bemühungen um Barrierefreiheit wie keine andere Gesellschaftsgruppe über einen geschulten Blick in Bezug auf die Hindernisse und Schwierigkeiten beim Einkauf."
Folgende Städte und Gemeinden haben bereits ihre Absicht erklärt, das Qualitätszeichen einzuführen: Goslar, Hameln, Hildesheim, Nordhorn, Schortens, Schwanewede, Seelze, Tarmstedt und Wolfsburg.