Sozialstaatssekretärin Hawighorst: "Strukturen optimieren, um mehr Menschen zu helfen"
HANNOVER. Die Landesregierung hat jetzt in Zusammenarbeit mit der Niedersächsischen Krankenhausgesellschaft und der Deutschen Stiftung Organtransplantation das "Netzwerk Organspende in Niedersachsen" ins Leben gerufen.
"Wir sollten uns nicht bürokratisch, sondern faktisch um mehr Organspenden bemühen. Der engagierte, persönliche Einsatz der Verantwortlichen vor Ort im Klinikum dient der Sache am meisten", betonte Sozialstaatssekretärin Dr. Christine Hawighorst. "Es gilt Strukturen zu optimieren, um den vielen kranken Menschen auf der Warteliste der Transplantationszentren zu helfen und in sehr vielen Fällen vor dem Tod zu bewahren."
Dreh- und Angelpunkt für die Organspende sind die Kliniken, die gesetzlich verpflichtet sind, nach Eintritt des Hirntodes potentielle Organspender an die Deutsche Stiftung Organtransplantation zu melden, die mit den Aufgaben der Koordinierung betraut ist. Um die Spendermeldungen aus den Kliniken zu optimieren, haben sich 14 niedersächsische Kliniken jetzt zum "Netzwerk Organspende in Niedersachsen" zusammengeschlossen. Diese Kliniken verfügen
über eine neuro-chirurgische Abteilung und von daher über ein entsprechendes Organspendepotential. Ein Jahr lang werden diese Krankenhäuser nach Eintritt des Hirntodes die Meldung eines potentiellen Organspenders dadurch realisieren, dass sie neben dem Totenschein einen speziell konzipierten Meldebogen ausfüllen und an die Deutsche Stiftung Organstransplantation senden.
Das ganze Jahr über wird die Deutsche Stiftung Organtransplantation das Projekt dadurch begleiten, dass sie mit den Krankenhäusern in einen intensiven Dialog tritt und die Kliniken im Bereich der Organgewinnung und Meldung an die Deutsche Stiftung Organtransplantation unterstützt. Auf diese Weise soll die Anzahl der Spendermeldungen unmittelbar erhöht werden. Nach Ablauf dieses Jahres wird die Deutsche Stiftung Organtransplantation die Bögen insbesondere durch Erstellen einer Ist- und Potentialanalyse auswerten. Die genaue Kenntnis der Zahl der potentiellen Organspender und der Gründe, die eine Realisierung verhindern, werden Aufschluss über die zu treffenden weiteren Maßnahmen im Land und in den Krankenhäusern geben. Auf diese Weise sollen auch interne Krankenhausstrukturen auf dem Gebiet der Organspende auf ihre Effektivität geprüft und bei Bedarf gemeinsam im Dialog Verbesserungsvorschläge erarbeitet werden. Es ist vorgesehen, die Erkenntnisse aus dem Modellprojekt später für ganz Niedersachsen nutzbar zu machen.
Staatssekretärin Christine Hawighorst appellierte darüber hinaus an die Bürgerinnen und Bürger, sich mit dem Thema Organspende auseinander zu setzen und bereits zu Lebzeiten durch das Ausfüllen eines Organspendeausweises eine Entscheidung zu treffen. Das Niedersächsische Gesundheitsministerium hat ein neues Faltblatt mit heraus trennbaren Organspendeausweisen konzipiert, das bei der Pressestelle (Kontakt: eMail: Pressestelle@ms.niedersachsen.de) bestellt werden oder unter: www.ms.niedersachsen.de (Themen > Gesundheit > Organspende) heruntergeladen werden kann.
2006 ist die Zahl der realisierten Organspenden in Niedersachsen gegenüber dem Jahr 2005 um 12 % gestiegen. Auch in den ersten Monaten des Jahres 2007 sind weitere Steigerungen zu verzeichnen. In ca. zwei Drittel der Krankenhäuser gibt es auf freiwilliger Basis Transplantationsbeauftragte, die sich um die Organspende kümmern.
Für Fragen der Organspende und zur Mitteilung möglicher Organspender stehen DSO-Mitarbeiter rund um die Uhr über die Service-Nummer (08 00) 7 78 80 99 zur Verfügung. DSO-Koordinatoren unterstützen die Kollegenschaft im Krankenhaus im akuten Spendeprozess und darüber hinaus.
Bei den 14 Krankenhäusern mit neurochirurgischer Abteilung, die sich an dem Netzwerk beteiligen, handelt es sich um:
Ev. Bathildiskrankenhaus Bad Pyrmont gGmbH
Maulbeerallee 4
31812 Bad Pyrmont
Städt. Klinikum Salzdahlumer Straße
Salzdahlumer Str. 90
38126 Braunschweig
Ev. Diakoniewerk Friederikenstift
Humboldstr. 5
30169 Hannover
Klinikum Hannover-Krankenhaus Nordstadt
Haltenhoffstr. 41
30167 Hannover
Klinikum Hildesheim GmbH
Weinberg 1
31134 Hildesheim
Krankenhaus Ludmillenstift Meppen
Ludmillenstr. 4-6
49716 Meppen
Ev. Krankenhaus Oldenburg
Steinweg 13-17
26122 Oldenburg
Christliches Krankenhaus Quakenbrück e.V.
Danziger Str. 2
49610 Quakenbrück
Diakoniekrankenhaus Rotenburg/Wümme gGmbH
Elise-Averdieck-Str. 17
27356 Rotenburg
Nordwest-Krankenhaus Sanderbusch gGmbH
Hauptstraße
26452 Sande
Asklepios Kliniken Schildautal
Karl-Herold-Str. 1
38723 Seesen
Klinikum der Stadt Wolfsburg
Sauerbruchstr. 7
38440 Wolfsburg
Medizinische Hochschule Hannover
Carl-Neuberg-Straße 1
30625 Hannover
Universität Göttingen-Bereich Humanmedizin
Robert-Koch-Str. 40
37075 Göttingen
St. Bernward-Krankenhaus Hildesheim
Treibestr. 9
31134 Hildesheim
(verfügt nur über einen angestellten Neurochirurgen)