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Das Bildungspaket

Worum geht es beim Bildungs- und Teilhabepaket?

Das Bildungspaket fördert und unterstützt Kinder und Jugendliche aus Familien mit geringem Einkommen. Oftmals lässt es die finanzielle Situation von Familien nicht zu, dass die Kinder einen Sportverein besuchen, bei anderen Aktivitäten mitmachen, am gemeinsamen Mittagessen in der Schule oder Kindertagesstätte teilnehmen und bei Schulausflügen und Klassenfahrten dabei sind. Das Bildungs- und Teilhabepaket ermöglicht den Kindern mitzumachen, gemeinsam mit Gleichaltrigen im Verein Fußball zu spielen, zu musizieren, in der Schulkantine mitzuessen oder im Bedarfsfall ganz gezielt Unterstützung durch Lernförderung zu bekommen.

Wer kann Leistungen aus dem Bildungs- und Teilhabepaket bekommen?

Berechtigt sind Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene, die Arbeitslosengeld II, Sozialgeld, Sozialhilfe oder Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz erhalten oder deren Eltern den Kinderzuschlag oder Wohngeld beziehen.

Darüber hinaus kann ein Anspruch auf Leistungen des Bildungs- und Teilhabepaketes bestehen, wenn das Kind bzw. seine Eltern zwar keine der genannten Sozialleistungen beziehen, jedoch die spezifischen Bildungs- und Teilhabebedarfe des Kindes nicht gedeckt werden können.
Das Bildungs- und Teilhabepaket gilt grundsätzlich für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene unter 25 Jahren. Bei den Leistungen zum Mitmachen in Kultur, Sport, Spiel und Freizeit liegt die Altersobergrenze bei 18 Jahren.

Welche Leistungen umfasst das Bildungs- und Teilhabepaket?

Zum Bildungs- und Teilhabepaket gehören:

  • Ausflüge und mehrtägige Fahrten: Übernommen werden die tatsächlich anfallenden Kosten für eintägige Ausflüge oder mehrtägige Fahrten, die von Schulen

oder Kindertagesstätten organisiert werden.

  • Persönlicher Schulbedarf: Zur Erleichterung der Anschaffung von persönlichen Gegenständen, die für den Schulbesuch benötigt werden (z. B. Stifte, Hefte, Wasserfarben, Schulranzen), wird ein Zuschuss in Höhe von 100 Euro pro Schuljahr gezahlt, davon 70 Euro im ersten und 30 Euro im zweiten Schulhalbjahr.
  • Schülerbeförderung: Schülerinnen und Schülern, die die nächstgelegene Schule des gewählten Bildungsgangs nicht ohne Beförderungsmittel erreichen können, werden die erforderlichen Aufwendungen für Schülerbeförderung erstattet, soweit die Kosten nicht von anderer Seite übernommen werden. Die Eigenleistung beträgt in der Regel fünf Euro monatlich.
  • Lernförderung: Für Schülerinnen und Schüler, die die wesentlichen Lernziele nicht erreichen oder deren Versetzung gefährdet ist, werden die angemessenen Kosten für eine geeignete Lernförderung übernommen. Zu den Voraussetzungen gehört insbesondere, dass die Schule den Bedarf bestätigt und keine vergleichbaren schulischen Angebote bestehen.
  • Mittagessen: Übernommen werden die Mehraufwendungen für das gemeinschaftliche Mittagessen in Schulen, Kindertagesstätten oder der Kindertagespflege. Der verbleibende Eigenanteil der Eltern bzw. des Kindes liegt bei einem Euro pro Tag und Essen.
  • Teilhabeaktivitäten am sozialen und kulturellen Leben: Hierunter fallen Mitmachangebote in Kultur, Sport, Spiel und Freizeit für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren, zum Beispiel Mitgliedsbeiträge für den Sportverein, Teilnahmegebühren für die Flötengruppe oder für gemeinschaftliche Freizeitangebote. Monatlich steht ein Betrag von bis zu zehn Euro zur Verfügung.

Wie wird das Bildungs- und Teilhabepaket vor Ort umgesetzt? Wo werden die Leistungen beantragt?

Wer Arbeitslosengeld II oder Sozialgeld bekommt, wendet sich für Leistungen aus dem Bildungs- und Teilhabepaket in der Regel an das Jobcenter. In diesen Fällen erhalten Familien alle Leistungen des Bildungs- und Teilhabepaketes aus einer Hand. Für Familien, die Sozialhilfe, Wohngeld oder den Kinderzuschlag erhalten, sind die Jobcenter nicht zuständig. Die Kreise oder kreisfreien Städte sowie die Region Hannover (erreichbar zum Beispiel im Rathaus, im Bürgeramt oder in der Kreisverwaltung) nennen diesen Familien den zuständigen Ansprechpartner für das Bildungspaket.

Die Leistungen des Bildungspakets werden überwiegend als Sach- bzw. Dienstleistungen gewährt. So kommen sie direkt und zielgenau den Kindern zugute. Mit der Bezahlung haben die Familien in der Regel nichts zu tun.

Wie funktioniert die Abrechnung der Leistungen bzw. Kostenerstattung?

Für die Leistungsabrechnung und Kostenerstattung gibt es unterschiedliche Varianten. Die Landkreise und kreisfreien Städte sowie die Region Hannover bestimmen vor Ort das Verfahren und informieren die Bürgerinnen und Bürger sowie Anbieter über das Verfahren.

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