Der Heirats- und Prostitutionshandel mit ausländischen Frauen ist ein menschenverachtendes Verbrechen, das weiterhin bekämpft werden muss. Im Jahr 2004 wurden nach Angaben des Landeskriminalamtes 157 Frauen Opfer von Frauenhandel. 84 % der Frauen stammten aus Osteuropa. Zehn Frauen waren noch minderjährig.
Im Jahr 2004 wurden 122 Tatverdächtige ermittelt. 66 Tatverdächtige besaßen die deutsche Staatsangehörigkeit. 23 Menschenhandelsverfahren wurden eingeleitet.
Frauenhändler nutzen die wirtschaftliche Notlage tausender Frauen und Mädchen aus, um sie unter falschen Versprechungen nach Deutschland zu locken. Oft kommen die Frauen anfänglich freiwillig und erfahren erst hier, womit sie ihr Geld tatsächlich verdienen sollen. Sie wissen nicht, dass sie hier ausgebeutet werden und weitgehend rechtlos sind, insbesondere, wenn sie illegal einreisen.
Aufgrund eines
Erlasses wird Opfern von Menschenhandel ein vorübergehender Aufenthalt in Deutschland ermöglicht. Dies ist die Voraussetzung dafür, dass die Opfer vor Gericht aussagen können.
Die zentrale Koordnierungs- und Beratungsstelle für Opfer von Frauenhandel,
KOBRA in Hannover leistet wertvolle Hilfestellung bei aufenthaltsrechtlichen Fragen und die Vermittlung in Zeugenschutzprogramme. Darüber hinaus gibt es Beratungs- und Schutzeinrichtungen von
SOLWODI e. V. sowie eine Schutzeinrichtung in Trägerschaft des Sozialdienstes katholischer Frauen (SkF).
Alle Einrichtungen erhalten Landeszuwendungen