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Zwei Autorinnen und ein Autor mit "Juliane-Bartel-Preis" ausgezeichnet
HANNOVER. Die Fernsehautorinnen Stefanie Jordan aus Berlin, Ulrike Baur aus Heidelberg und der Autor Alexander Adolph aus München sind am (heutigen) Dienstagabend von Sozialministerin Ursula von der Leyen mit dem Niedersächsischen FrauenMedienPreis 2003 ausgezeichnet worden. Die Preise sind mit jeweils 4.000 € dotiert. Außerdem erhielten die Preisträgerinnen und der Preisträger eine von der hannoverschen Künstlerin Ulrike Enders als "Juliane-Bartel-Preis" gestaltete Skulptur.
"Der nach der 1998 verstorbenen Fernsehjournalistin Juliane Bartel benannte FrauenMedienPreis ist zu einer wichtigen und festen Größe in der niedersächsischen Medienlandschaft geworden und findet über die Landesgrenzen hinaus außerordentlich positive Resonanz", erklärte Ministerin von der Leyen bei der feierlichen Preisverleihung im Kleinen Sendesaal des NDR Landesfunkhauses Niedersachsen.
Dies werde an der Fülle von 72 Wettbewerbsbeiträgen deutlich, die Frauen in ihrer Vielfalt, als aktiv Handelnde und als positive Identifikationsfiguren darstellen. Für die Jury unter Vorsitz von Helga Schuchardt sei es keine leichte Aufgabe gewesen, die Preisträgerinnen in den zwei Kategorien Information/Dokumentation und Fernsehspiel/Serien zu bestimmen.
Mit dem Juliane-Bartel-Preis solle die Darstellung eines fairen und gleichberechtigten Frauenbildes in verschiedenen Sparten des Fernsehens kontinuierlich gewürdigt und gefördert werden. "Ich wünsche mir, dass von diesem Wettbewerb ein Anstoß ausgeht, damit weibliche Wirklichkeit, Vielfalt und Stärke in Zukunft differenzierter als bisher präsentiert und in den Medien nicht weiter stereotype Geschlechterklischees festgeschrieben werden", sagte Ministerin von der Leyen. Alle gesellschaftlichen Gruppen und Institutionen, auch die Medien, müssten daran mitwirken und zeigen, dass Frauen nicht sich jederzeit fügende und unterordnende Wesen, sondern gleichwertig und partnerschaftlich orientiert seien. Dabei trage vor allem das Fernsehen, ob öffentlich-rechtlich oder privat, mit seiner Programmvielfalt eine hohe Verantwortung.
Unterstützt wurde der FrauenMedienPreis 2003 von der Klosterkammer Hannover, die das Preisgeld von 12.000 € bereitgestellt hat, dem NDR, Radio Bremen, der Niedersächsischen Landesmedienanstalt, dem Niedersächsischen Sparkassen- und Giroverband, der die Skulptur von Ulrike Enders stiftete, der Stiftung Leben und Umwelt sowie der Landesarbeitsgemeinschaft kommunaler Frauenbüros, dem Landesfrauenrat Niedersachsen und der Vernetzungsstelle für Frauenbeauftragte und Gleichberechtigung.
Die von der Jury preisgekrönten Beiträge:
"Some Real Heat - Feuerwehrfrauen" von Stefanie Jordan, ausgestrahlt beim ZDF/Phoenix.
Der ruhige konzentrierte Dokumentarfilm beleuchtet die Motivationen und Geschichten von sechs Feuerwehrfrauen in San Francisco. Reflektiert werden Rollenkonflikte, Vorbildfunktionen, Sexismus und Rassismus, Körperideale, aber auch die gefährlichen Seiten ihres Berufes. Ein interessanter und informativer Einblick, kurzweilig in Digitaltechnik inszeniert, der den Job sowohl als körperliche Herausforderung als auch als spirituelle und sinnlich-lustvolle Erfahrung sowie als Mittel zur Selbstverwirklichung erscheinen lässt.
"Frauenhandel – Die Balkanroute" von Ulrike Baur, ausgestrahlt beim ZDF.
Die vorbildlich journalistisch aufbereitete Reportage vollzieht die Odyssee einer 19- jährigen Rumänin durch Osteuropa nach und fährt die Route ab, auf der sie mehrfach dem Frauenhandel zum Opfer gefallen ist. Eindrucksvoll, einfühlsam und umfassend wird die Situation gehandelter Mädchen geschildert. Dabei 0wird ohne den sensationslüsternen Blick in exemplarischer Weise eine junge mutige Frau gezeigt, die es aus eigener Kraft geschafft hat, sich aus diesem Milieu zu befreien. Auf eindringliche Weise wird vermittelt, wie durch Menschenhandel und Zwangsprostitution Menschenrechte verletzt werden. Kritisch beleuchtet werden die Missstände in der Strafverfolgung sowie erste Aufklärungskampagnen.
"Unter Verdacht – Verdecktes Spiel" von Alexander Adolph, ausgestrahlt beim ZDF/ARTE.
In dem Fernsehspiel des Autors Alexander Adolph spielt Senta Berger eine Kriminalrätin, die im eigenen beruflichen Umfeld Filz, Korruption und politische Verflechtungen aufdeckt. Sie überzeugt dabei in der Rolle einer mutigen und unbeirrbaren Kämpferin- nuanciert, klug, unaufdringlich wie knallhart, aber auch angreifbar zugleich. Spannende stimmige in klaren nüchternen Bildern komponierte Inszenierung mit durchweg überzeugend gezeichneten wie besetzten Charakteren.
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