Nds. Ministerium für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung klar

Start von fünf Modellprojekten „Kinder als Zeugen von häuslicher Gewalt“

Sozialministerin Cornelia Rundt: „Kinder brauchen Unterstützung bei der Bewältigung miterlebter Partnergewalt“


Anlässlich der Kinderschutzkonferenz im April 2014 hatte Niedersachsens Sozialministerin Cornelia Rundt angekündigt, fünf Modellprojekte zur Unterstützung von Kindern, die Gewalt in Paarbeziehungen miterlebt haben, über eine Laufzeit von drei Jahren zu fördern.

Die fünf Modellprojekte sind nun ausgewählt und können sofort ihre Arbeit aufnehmen. Sie sollen die bisherigen Angebote von Frauenhäusern und Gewaltberatungsstellen gegen häusliche Gewalt ergänzen und auch die Zusammenarbeit mit den Jugendämtern konstruktiv befördern.

Für viele Frauen und Kinder gehört häusliche Gewalt zum traurigen Alltag. Es ist bekannt: Wenn Kinder Partnergewalt miterleben müssen, wirkt sich das negativ auf ihre Entwicklung aus. Das Miterleben von chronischer Gewalt ist ein Risikofaktor für spätere Gewalt in der eigenen Partnerschaft. Cornelia Rundt: „Diese Kinder müssen die Chance bekommen zu lernen, wie sie die miterlebte Gewalt bewältigen können."

Hier setzen die neuen Modellprojekte zur Unterstützung von Kindern, die Zeugen häuslicher Gewalt geworden sind, an. Das Sozialministerium stellt für die Förderung ab sofort über einen Zeitraum von drei Jahren für jedes Projekt 60.000 Euro zur Verfügung.

Jährlich suchen rund 30.000 Frauen und Mädchen in Niedersachsen Schutz und Unterstützung in Frauenhäusern, Gewaltberatungsstellen sowie Interventionsstellen. Allein im Jahr 2012 flohen rund 2.200 von Gewalt betroffene Mütter mit ihren 2.000 Kindern in ein Frauenhaus. Die Mütter von rund 8.700 Kindern nehmen psychosoziale Beratungsmöglichkeiten in Anspruch. Die Durchführung der Projekte wird von einem Fachgremium begleitet. Dieses Fachgremium besteht aus Vertreterinnen und Vertretern von Einrichtungen und Verbänden aus den Bereichen Häusliche Gewalt, Kinder- und Jugendhilfe sowie Kinder- und Jugendschutz. Perspektivisch sollen sich die Projekte nach Auslaufen der Modellphase als Angebote der Jugendhilfe etablieren.

17 Frauenunterstützungseinrichtungen bzw. Träger hatten sich am Interessenbekundungsverfahren beteiligt. Die Auswahl erfolgte anhand eines Kriterienkatalogs und einer ausgewogenen regionalen Verteilung.

Cornelia Rundt: „Über solch innovative Modellvorhaben wollen wir den Schutz von Kindern in Niedersachsen kontinuierlich stärken und Lücken schließen. Für die Förderung der Modellprojekte ‚Kinder als Zeugen häuslicher Gewalt' stellt das Land insgesamt 300.000 Euro zur Verfügung."

Den Zuschlag für die Trägerschaft erhielten folgende Einrichtungen (Laufzeit jeweils vom 15.12.2014 - 14.12.2017):

  • Frauen Notruf, Beratungs- und Fachzentrum zu sexueller und häuslicher Gewalt, Göttingen
  • AWO Kreisverband Goslar e. V.
  • Der Paritätische, Cuxhaven
  • Sozialdienst katholischer Frauen (SKF) e. V., Grafschaft Bentheim/Emsland
  • Frauenhaus Verden - Frauen helfen Frauen e. V.
Presseinformationen
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Artikel-Informationen

19.12.2014

Ansprechpartner/in:
Uwe Hildebrandt

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