Nds. Ministerium für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung klar

MRE-Netzwerke als regionale Innovatoren in der Infektionsprävention und Hygiene

Ministerin Rundt: „Mit den MRE-Netzwerken tragen wir den Kampf gegen multiresistente Erreger in die Fläche, so dass alle Bürgerinnen und Bürger in Niedersachsen davon profitieren“


Niedersachsens Sozial- und Gesundheitsministerin Cornelia Rundt eröffnete heute die Fachtagung der Initiative „MRE-Netzwerke in Niedersachsen". MRE steht für multiresistente Erreger, also die Keime, gegen die nur noch wenige oder keine Antibiotika wirksam sind. Die Bekämpfung der Ausbreitung solcher Keime ist das Ziel von mindestens 10 kleineren und größeren regionalen, auch grenzüberschreitenden (Deutschland-Niederlande) MRE-Netzwerken. „MRE-Netzwerke in Niedersachsen" ist ein landesweites Metanetzwerk und wurde vor acht Jahren gegründet. Es ermöglicht einen zielorientierten Erfahrungsaustausch der aktiven regionalen MRE-Netzwerke. Die große Teilnehmerzahl der heutigen Fachtagung (etwa 150 Personen) zeigt das lebendige Engagement der an der Initiative beteiligten Institutionen.

„Zentraler Ansatzpunkt ist der Netzwerkgedanke - Gemeinsam dasselbe wollen, zum Wohl der Bürgerinnen und Bürger!", betonte Ministerin Rundt. „So können regional erfolgreiche Konzepte auf andere Regionen in Niedersachsen übertragen werden. Die globalen Antibiotikaresistenzentwicklungen, die aktuellen politischen Debatten und Ziele, z.B. der G7-Gipfel 2015, sowie die öffentliche Wahrnehmung verdeutlichen die Notwendigkeit gemeinsamer Strategien im Gesundheitswesen." Mit den MRE-Netzwerken werde der Kampf gegen multiresistente Erreger auf ganz Niedersachsen übertragen, so Rundt: „Alle Bürgerinnen und Bürger in Niedersachsen profitieren davon."

Das Landesgesundheitsamt (NLGA) koordiniert die MRE-Netzwerke in Niedersachsen. Teilnehmer der einzelnen regionalen Netzwerke sind Gesundheitsämter, Krankenhäuser, Rehaeinrichtungen, Pflegedienste, Rettungsdienste, Altenheime, Labore u.a. „Multiresistente Erreger machen nicht an Krankenhauspforten halt, sondern betreffen auch Pflege- und Rehaeinrichtungen sowie die ambulante ärztliche Versorgung. Regionale MRE-Netzwerke ermöglichen es, Schnittstellenprobleme zu lösen und bieten eine Plattform für den fachlichen Austausch und gemeinsames Lernen. Das Landesnetzwerk „MRE-Netzwerke in Niedersachsen" unterstützt die regionalen Aktivitäten und fördert die Zusammenarbeit der einzelnen Netzwerke", sagte Dr. Matthias Pulz, Präsident des NLGA.

Bei der heutigen Veranstaltung präsentieren ausgewählte niedersächsische MRE-Netzwerke ihre regionalen Aktivitäten. Für Dr. Gerhard Bojara, Koordinator des MRE-Netzwerks Osnabrück und Leiter des Gesundheitsamtes von Landkreis und Stadt Osnabrück liegt der Schlüssel für eine erfolgreiche Netzwerkarbeit in der kontinuierlichen Kontaktpflege mit den Netzwerkpartnern. „Man braucht jemanden, der sich intensiv um die Netzwerkkoordination kümmert und die Akteure zusammen hält. In unserem MRE-Netzwerk Osnabrück nehmen seit 8 Jahren bei den mittlerweile 30 abgehaltenen Runden Tischen regelmäßig etwa 50 Personen aus unterschiedlichen Fachbereichen teil. Neben vielen anderen Aktivitäten haben wir erfolgreich einen MRE-Pass für Patientinnen und Patienten eingeführt. Das könnte auch in anderen Regionen funktionieren."

Prof. Dr. Dr. Wilfried Bautsch, Mikrobiologe im Städtischen Klinikum Braunschweig, beschreibt die Arbeit im Hygienenetzwerk Südost-Niedersachsen: „Bei unseren Netzwerktreffen gibt es rege und konstruktive Diskussionen, um zu einvernehmlichen, einrichtungsübergreifenden Lösungen der zahlreichen, immer neu auftretenden Fragen zu kommen. Zurzeit bereiten wir eine Schulung für niedergelassene Ärztinnen und Ärzte zum Thema Antibiotikatherapie vor. So könnten unnötige Antibiotikaverschreibungen - etwa die initiale Gabe von Antibiotika bei akuter Bronchitis, die leider in der Praxis immer noch sehr häufig ist, ohne Nachteile für die Patientinnen und Patienten vermieden werden."

„MRE-Netzwerke in Niedersachsen" ist Teil der Antibiotikastrategie Niedersachsen. www.antibiotikastrategie.niedersachsen.de


Liste der MRE-Netzwerke in Niedersachsen:

  • EurHealth-1Health (umfasst die MRE-Netzwerke aller Landkreise der Ems-Dollart-Region)

  • MRE-Netzwerk Osnabrück

  • MRE-Netzwerk Delmenhorst

  • MRSA-PLUS-Netzwerk Hannover

  • Netzwerk Problemkeim für den Landkreis Harburg

  • Hygienenetzwerk Südost-Niedersachsen

  • MRSA-PLUS-Netzwerk Landkreis Hildesheim

  • Hygiene-Netzwerk Lüneburg

  • Hygienenetzwerk Rotenburg (Wümme)

  • Netzwerk gegen MRE in Stade

Weitere Informationen finden Sie unter: www.mre-netzwerke.niedersachsen.de



Presseinformationen
Artikel-Informationen

19.06.2017

Ansprechpartner/in:
Uwe Hildebrandt

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