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Cornelia Rundt: Wir helfen Kindern und Jugendlichen, die von exzessivem Computer- und Medienkonsum betroffen sind

Die Sozialministerin kündigt bei Niedersächsischer Suchtkonferenz an, ein neues Projekt zu fördern


„Wir wollen die psychosoziale und gesundheitliche Versorgung von Menschen mit einem krankhaften Medienkonsum in Niedersachsen deutlich verbessern und unterstützen deshalb das neue Projekt der Niedersächsischen Landesstelle für Suchtfragen (NLS).“ Diese Neuigkeit verkündete Niedersachsens Sozialministerin Cornelia Rundt heute zu Beginn der XXIII. Niedersächsischen Suchtkonferenz in der Akademie des Sports in Hannover. „Der wachsenden Gefährdung junger Menschen durch stoffungebundene Süchte widmen wir gesteigerte Aufmerksamkeit“, so Rundt.

Die Unterstützung des Projekts erfolgt – vorbehaltlich der Verabschiedung des Haushalts durch den Landtag – zusätzlich zur Landeszuwendung in der Suchtkrankenhilfe von gut 7 Millionen Euro jährlich. Der Haushaltsposten zur Suchtprävention und -bekämpfung soll um 325.000 Euro auf 7.338.000 Millionen Euro erhöht werden.

„Besonders bei Jungen besteht die Gefahr, dass sie bei Online-Spielen den besonderen Kick suchen, den sie anderswo nicht finden“, sagt Rundt, „deshalb ist es so wichtig, dass jungen Menschen im realen Leben Erlebnisse und Bestätigungsmöglichkeiten geboten werden, dass sie für sich Erfolge verbuchen können.“

Die Sozialministerin weist darauf hin, dass Kinder und Jugendliche durch eine exzessive Computer- oder Mediennutzung gesundheitliche oder psychosoziale Beein­trächtigungen erleiden können. Gewaltverherrlichung oder mangelnde soziale Kontakte und Bindungen können weitere Folgen sein.

Cornelia Rundt tritt dafür ein, dass die sogenannten stoffungebundenen Süchte künftig genau so ernst genommen werden wie die klassischen Süchte: „Das Abhängigkeitspotenzial, die Gesundheitsrisiken, die schwerwiegenden sozialen und beruflichen Folgen von Verhaltenssüchten stehen denen von substanzbezogenen Süchten in nichts nach.“ Zu den Risiken des übermäßigen Glücksspiels zählen häufig auch massive Verschuldung, ein deutlich erhöhtes Suizidrisiko, Beschaffungskriminalität und das Abgleiten in die soziale Isolierung.

In der Prävention ist insbesondere das Erlangen von Medienkompetenz ein geeignetes Mittel, um ex­zessiver Computer- und Mediennutzung durch Kinder und Jugendliche vorzubeugen. Die Landesstelle Jugendschutz Niedersachsen ist bereits mit vielfältigen Maßnahmen im Jugendmedienschutz tätig. Nun müsse es auch neue Angebote für bereits erkrankte junge Menschen geben, die ambulanten und stationären Hilfesysteme müssten sich auf diese Klientel einstellen, so Rundt: „Was wir brauchen, sind möglichst frühzeitige Information und Beratung sowie Unter­stützung beim Zugang in die bestehende Gesundheitsversorgungsstruktur. Hierfür sollen spezielle Anlaufstellen für Prävention, Beratung und Frühintervention für Menschen mit einer Gefährdungs- oder Abhängigkeitsproblematik hinsichtlich neuer Medien eingerichtet werden.“

Die neuen Anlaufstellen, die in die Fachstellen für Sucht und Suchtprävention in Niedersachsen integriert werden, sollen inhaltliche Konzepte erproben. Grundsätzlich arbeiten die vom Sozialministerium anteilsfinanzierten 75 Fachstellen für Sucht und Suchtprävention in Nieder­sachsen suchtmittelübergreifend zu allen Themen, auch zu den Verhaltenssüchten. Cornelia Rundt: „Dieses neue Projekt ermöglicht jetzt die fachliche Erarbeitung von Qualitätsstandards in der Prävention, Beratung und Betreuung bei pathologischem Mediengebrauch für die Suchtprävention und Suchtkrankenhilfe im Lande.“

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Artikel-Informationen

28.10.2013

Ansprechpartner/in:
Uwe Hildebrandt

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